Geodaten für den Wildtierschutz

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Neues Kartenmodul für vetEPD: bessere Entscheidungen dank swisstopo und intelligenter Wildtierdaten
Wildtier-Auffangstationen stehen heute vor einer Herausforderung, die über die reine Dokumentation hinausgeht: Fundorte, Verletzungsmuster und Freisetzungsstandorte müssen räumlich verstanden werden, nicht nur erfasst. Lebensräume verändern sich, Gefahrenzonen verschieben sich, und viele Schutzmassnahmen entfalten ihre Wirkung erst im geografischen Kontext.
Mit unserem neuen Kartenmodul bringen wir professionelle Schweizer Geodaten — swisstopo und den öffentlichen GEO-Katalog — direkt in Exolynk vetEPD zusammen. Live, interaktiv und sofort nutzbar — für Biologinnen, Tierschutzfachleute und Wildtierärzte, ganz ohne GIS-Kenntnisse.

Fund- und Freisetzungsstandorte — live auf der Karte, direkt in vetEPD
Dank der neu integrierten Kartenansicht werden Fund- und Freisetzungsstandorte automatisch aus den GPS-Koordinaten dargestellt. Die Ansicht aktualisiert sich in Echtzeit:
- Neue Fälle erscheinen sofort auf der Karte
- Verbände, Ranger und Feldteams sehen Entwicklungen, wie sie entstehen
- Kritische räumliche Muster werden sichtbar — ohne GIS-Kenntnisse
Besonders in schnelllebigen Situationen — Häufungen von Verkehrsunfällen, saisonale Amphibienwanderungen — ermöglicht dies schnellere Reaktionen und eine bessere Einsatzsteuerung.
Filter, die Sinn ergeben — biologisch und operativ
Die Karte ist kein reines Visualisierungswerkzeug. Sie ist ein Analyseinstrument. Leistungsstarke Filter ermöglichen eine gezielte Darstellung von Fällen nach:
- Fund- oder Freisetzungsdatum
- Art oder Artengruppe
- Verletzungen und Pathologien
- Diagnosen und Befunde
- IUCN-Status (z.B. potenziell gefährdet, gefährdet, stark gefährdet)
Damit lassen sich Fragen beantworten wie:
- Welche Arten sind dieses Jahr besonders betroffen?
- Gibt es regionale Schwerpunkte für bestimmte Verletzungstypen?
- Welche Gebiete sind ökologisch am besten für eine Freilassung geeignet?
Die Kombination von Veterinärdaten mit Geodaten schafft eine neue Qualität der Erkenntnis — früher nur mit externen GIS-Systemen möglich.
Schutzgebiete, Lebensräume und Korridore — Natur verstehen, bevor man entscheidet
Durch die Integration von swisstopo und dem öffentlichen GEO-Katalog kann vetEPD nun Ebenen wie folgende einblenden:
- Natur- und Landschaftsschutzgebiete
- Smaragd- und BLN-Gebiete (Bundesinventar der Landschaften)
- Wildtierkorridore und Vernetzungsachsen
- Biotope von nationaler Bedeutung
- Waldränder, Gewässernetze, Höhenlinien, Hangneigungen
Diese Ebenen ermöglichen eine fundierte ökologische Beurteilung:
- Freilassungen können standortgerecht geplant werden — Feuchtgebiete für Amphibien, Waldränder für Singvögel.
- Korridore und Barrieren werden sichtbar — entscheidend für mobile Arten wie Fuchs, Reh oder Greifvögel.
- Schutzgebiete können gezielt berücksichtigt werden, um gefährdete Arten nicht zusätzlich zu belasten.
Die räumliche Visualisierung bringt wissenschaftliche Grundlagen direkt in den Pflegealltag.
Metadaten auf der Karte — mehr Kontext pro Fall
Ein Klick auf einen Marker öffnet den verknüpften vetEPD-Datensatz, inklusive:
- Art und Geschlecht
- Befunde, Verletzungen, Diagnosen
- Fundumstände und Notizen
- Pflegeverlauf
- Freisetzungsdetails
So entsteht sofort ein Verständnis dafür, warum ein Tier genau dort gefunden wurde — und welche Faktoren dabei eine Rolle gespielt haben könnten.
Ökologische Muster erkennen — und Herausforderungen sichtbar machen
Mit der neuen Kartenlogik können Auffangstationen Fragen beantworten, die bisher aufwändige manuelle Analysen erforderten:
- Häufen sich Igelfunde entlang bestimmter Strassenabschnitte?
- Gibt es Regionen, in denen verletzte Greifvögel häufiger auftauchen?
- Welche Landschaftsstrukturen korrelieren mit dem Auftreten bestimmter Arten?
- Wie verschieben sich Fundmuster im Jahresverlauf?
Solche Analysen sind zentral, um anthropogene Sterblichkeitsfaktoren zu identifizieren — Verkehr, Gebäudekollisionen, Freizeitdruck, Lebensraumzerstörung. Muster, die in Tabellendaten unsichtbar blieben, werden auf der Karte sofort offensichtlich.
Solide Grundlage für Forschung, Monitoring und Zusammenarbeit
Die neue Kartenfunktion unterstützt den Alltag — und darüber hinaus:
- Langzeit-Populationsmonitoring
- Wissenschaftliche Studien
- Berichte für Bundes- und Kantonsbehörden
- Planung von Präventionsmassnahmen
- Umweltbildungsprojekte
- Gemeinsame Datennutzung über mehrere Stationen hinweg
Weil jede Station dieselben Karten, Ebenen und Filter verwendet, entsteht ein gemeinsames räumliches Verständnis. Genau dieses gemeinsame Verständnis ist die Grundlage für koordinierten, stationsübergreifenden Wildtierschutz.
Export und Weiterverarbeitung — KML für jedes GIS-System
Alle angezeigten Daten können als KML exportiert werden — ideal für:
- QGIS / ArcGIS
- Andere GEO-Portale
- Forschungsprojekte
- Behördenberichte
vetEPD bleibt offen und kompatibel mit der GIS-Welt — professionelle Weiteranalyse ohne Abhängigkeit von einer Plattform.
Professionelle Schweizer Geodaten — keine Lizenzbarrieren, keine GIS-Kenntnisse erforderlich
Durch die Integration des offiziellen Kartenviewers stehen qualitativ hochwertige und laufend aktualisierte Schweizer Geodaten direkt in vetEPD zur Verfügung — ohne Zusatzsoftware oder GIS-Wissen. Die Daten stammen direkt von den zuständigen Behörden (swisstopo, Bundesämter, Kantone) und garantieren maximale Genauigkeit und Zuverlässigkeit.
Für Anwenderinnen und Anwender bedeutet das:
- Eine solide Grundlage für Freisetzungsentscheidungen
- Eine wissenschaftlich vertretbare Datenbasis
- Weniger Zeitaufwand für externe Suchen und Downloads
- Maximale Transparenz gegenüber Mitarbeitenden und Behörden
Fazit: eine neue Dimension der tierärztlichen Naturschutzarbeit
Mit der neuen Kartenfunktion wird Exolynk vetEPD zu einem Werkzeug, das biologische, veterinärmedizinische und geografische Informationen an einem Ort zusammenführt. Aus Fundorten werden Erkenntnisse. Freisetzungsentscheidungen werden zu präzisen, datengestützten Prozessen. Tierschutzorganisationen erhalten ein Instrument, das sowohl den Pflegealltag als auch die wissenschaftliche Arbeit unterstützt.
Diese Erweiterung ist ein Schritt in Richtung moderner, vernetzter und ökologisch fundierter Wildtiermedizin — und wir freuen uns darauf, sie gemeinsam mit Ihnen weiterzuentwickeln.